Tägliche Ermutigung | 16.05.2020

Von Jürgen Fredrich | 16 Mai, 2020

Photo by Yaniv Knobel on Unsplash

“Nachdem sie an diesem Morgen miteinander gegessen hatten, fragte Jesus Simon: Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich mehr als die anderen hier?Ja, Herr, antwortete ihm Petrus, du weißt, dass ich dich lieb habe.Dann sorge für meine Lämmer, sagte Jesus. Jesus wiederholte seine Frage: Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich?Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dich lieb habe, antwortete Petrus noch einmal. Da sagte Jesus zu ihm: Dann hüte meine Schafe! Und ein drittes Mal fragte Jesus: Simon, Sohn von Johannes, hast du mich wirklich lieb? Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nun zum dritten Mal diese Frage stellte. Deshalb antwortete er: Herr, du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich lieb habe! Darauf sagte Jesus: Dann sorge für meine Schafe!

Johannes 21,15-17

Guten Morgen Immanuel-Gemeinde und Freunde!

Wir schauen uns heute noch einmal dieses Gespräch von Jesus und Petrus an. Interessant und wichtig: Jesus spricht Petrus nicht mit Petrus an, sondern erwähnt dreimal seinen Familiennamen: Simon, Sohn von Johannes. Dahinter versteckt sich die Frage: Simon, warum liebst du mich? Liebst du mich, weil ich dich in den 12er-Kreis berufen habe? Weil ich dir eine neue Identität mit dem Namen Petrus gegeben habe? Weil ich mit dir etwas vorhabe und dich für das Reich Gottes einsetzen will? Weil ich dir gesagt habe, “auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen”? Liebst du mich nur deshalb, weil du einen geistlichen Dienst hast? Oder ein prophetisches Wort von mir erhalten hast?

Jesus macht deutlich: diese Liebe trägt nicht durch und hält dem Druck nicht Stand. Simon, liebst du mich, wenn du nichts mehr vorweisen kannst und in keiner Rolle mehr steckst und keinen Titel mehr trägst? Liebst du, Simon, mich, Jesus? Das ist, als würde Jesus mich fragen: Jürgen, liebst du mich, nur weil du Pastor bist oder liebt mich Jürgen? Bärbel, liebst du mich, nur weil du Pastoren-Frau und Lobpreisleiterin bist oder liebt mich die Bärbel? Warum liebst DU Jesus?

Im Griechischen – der Sprache, in der das NT geschrieben wurde – wird diese Unterscheidung durch zwei unterschiedliche Worte für “Liebe” deutlich. Jesus fragt Petrus: Hat deine Liebe zu mir dieselbe selbstlose Qualität wie meine Liebe zu dir? Und Petrus antwortet dreimal: Herr, ich liebe dich, wie man einen Freund liebt. Wer so liebt, ist immer noch davon abhängig, dass auch er selbst geliebt wird. Diese Liebe ist immer nur eine Reaktion auf Liebe. Diese Phileo-Liebe kann niemals seinen Gegner, Konkurrenten oder Feind lieben. Die Liebe Jesu kann in Vorleistung gehen – sie ist ein Aktion, zeigt Initiative, geht den ersten Schritt, wartet nicht auf Anzeichen. Wenn wir im Sinne Jesu auf dieser Welt etwas bewegen wollen, was am Ende wirklich zählt, dann brauchen wir alle die Qualität von Liebe, die nur Jesus selbst in unser Herz hineinlegen kann. Die finden wir nirgendwo anders im Universum. Die gibt es nur bei IHM. Darauf hat ER das Monopol. Eins steht fest: am Ende zählt nur das, was wir aus Liebe zu Jesus getan haben.

Wer Jesus liebt, erhält von Jesus in der Regel auch einen Auftrag, eine Platzanweisung. Simon Petrus’ Auftrag war: kümmere dich um meine Nachfolger - sorge dich um meine Kinder. Versorge meine Leute mit guter geistlicher Nahrung. Schütze sie durch dein Gebet. Führe sie durch deinen Rat. Richte die Niedergeschlagenen auf. Ermutige die, die aufgeben wollen. Weil du mich liebst, vertrau ich dir Menschen an.

Was ist dein Auftrag, den du aus Liebe zu Jesus erfüllen sollst? Wo ist dein Platz, den du aus Liebe zu Jesus einnehmen sollst?

Bitte versteh diese Fragen nicht nur als rhetorische Fragen. Suche eine Antwort darauf. Vielleicht hast du auf diese Fragen noch keine Antwort erhalten, weil du Jesus noch nicht auf seine Frage geantwortet hast: Liebst du mich? Dann ist heute der beste Tag, IHM das zu sagen. Und dann sei erwartungsvoll, dass und wie ER dir antwortet. Möge dieses Gespräch mit Jesus, auch in deinem Leben stattfinden.

Seid gesegnet – euer Jürgen.

Unser Gebetsfokus heute:

  • Dass wir lernen, Jesus zu lieben, so wie ER es verdient.
  • Für unseren 1. Gottesdienst nach dem Lockdown morgen um 10 Uhr
  • Es zeigt sich, die Corona-Krise hat in unserem Land kein neues Miteinander entstehen lassen. Wie auch? Die ideologischen Gräben vertiefen sich und das feindselige Gegeneinander wird stärker – wir aber brauchen ein konstruktives Miteinander. Herr, bitte gib unserem Land Führungspersönlichkeiten in allen Bereichen, denen das gelingt.

Heute schon gelacht?

Hugo fragt seinen Opa: “Ist es eigentlich ungesund, wenn man abends im Bett liest?” – Der Opa antwortet: “Nicht unbedingt. Aber man sollte immer nur bis zum Einschlafen lesen und nicht länger.”