Mutig weitergehen

Von Jürgen Fredrich | 1 Januar, 2020

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Das neue Jahr liegt wie ein neues, gutes, aber unbekanntes Land vor uns, das wir gemeinsam einnehmen wollen. Das ist spannend und herausfordernd zugleich. Wenn wir nur auf das Weltgeschehen schauen, kann uns Angst und Bange werden. Es gibt so viele Unsicherheiten, die uns einschüchtern, bedrohen, lähmen und unser Leben bestimmen und uns Angst machen wollen.

Aber nicht Angst und Furcht sind Kennzeichen der Nachfolger Jesu, sondern Mut. Nicht, dass wir Angst und Furcht nicht kennen würden, aber wir kennen auch den Überwinder von Angst und Furcht und leben mit ihm, Jesus, unserem Herrn.

Eine sehr mutige Frau Gottes, Corrie ten Boom, die im Dritten Reich ins KZ kam, weil sie mit ihrer Familie Juden vor dem Zugriff der Nazis versteckte, formulierte aus eigener Erfahrung folgende Wahrheit: “Mut ist Angst, die gebetet hat.” Gebet hat die Kraft, Angst in Mut zu verwandeln. Mutige Nachfolger sind also nicht unbedingt die furchtlosen Helden, die kein Risiko scheuen, sich problemlos in Gefahr begeben oder sich leicht damit tun, jeder Einschüchterung zu trotzen. Mutig werden die Menschen, die sich ihrer Angst und Furcht nicht schämen, sondern sie im Gebet vor dem Herrn benennen, IHM bringen und bei IHM lassen und IHN dann um ein mutiges und entschlossenes Herz bitten. Und unser Gott hilft gerne den Mutlosen. (2.Kor7.6)

Vielleicht bist du zurzeit in deinem Leben auch mit so einem Riesen, irgendeinem Goliath konfrontiert. Dieser Riese heißt vielleicht Finanzprobleme, gesundheitliche oder Beziehungsprobleme, oder dir machen die vielen und so schnellen technischen, sozialen oder politischen Veränderungen zu schaffen, durch die unsere Gesellschaft gerade geht. Wie auch immer unsere Goliaths heißen mögen, sie schauen i.d.R. überlegen, verachtend und arrogant auf uns herab. Und dann schleichen sich ganz leicht in unserem Herzen Gefühle der Einschüchterung und Angst ein. Mit dem Ergebnis: der Mut schrumpft, wird immer kleiner, bis wir völlig beraubt, mutlos oder entmutigt in der Ecke sitzen. Wer oder was entmutigt dich? Das ist dein Goliath.

Unser Gott aber ist kein Entmutiger. Im Gegenteil - in der Bibel wird uns Gott von Anfang an als der große und geniale Ermutiger beschrieben. Die Bibel ist voll mit Berichten, wie ER Menschen in den schwierigsten Situationen Mut macht, Mut zuspricht und sie dadurch Lähmung und Einschüchterung überwinden. Hier ein paar Kostproben:

Seid mutig und entschlossen! Habt keine Angst! Erschreckt nicht vor ihnen! Der Herr, euer Gott, wird selbst mit euch ziehen. Er wird euch gewiss nicht im Stich lassen. 5.Mo31.6

David war in schwerer Bedrängnis. Seine Männer drohten offen damit, ihn zu steinigen, so erbittert waren sie über den Verlust ihrer Söhne und Töchter. Aber das Vertrauen auf den Herrn, seinen Gott, gab ihm Mut. 1.Sam30.6

Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst. Jos1.9

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle für das, was im Jahr 2020 auf uns zukommt, eine große Portion Mut brauchen. Wir können das gute Land nur mit großem Mut einnehmen.

Es braucht Mut, Jesus nachzufolgen - damals zur Zeit der ersten Christen und heute, überall auf dieser Welt. Wenn wir nur Gläubige sein wollen, die an Jesus als Retter glauben, brauchen wir nicht viel Mut. Aber wer sein Leben Jesus zur Verfügung stellen und von IHM gebraucht werden will und entschlossen ist, es so zu leben, dass es IHM gefällt, dieser Mensch muss mutig sein. Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem Gläubigen und einem Jünger Jesu. Was unsere Zeit dringend braucht, sind mutige Jünger Jesu.

Das eine Mal braucht es Mut, bestimmte Schritte zu gehen, konkrete Entscheidungen zu treffen, den Mund aufzumachen und sich richtig zu positionieren. Ein andermal ist Mut gefragt, um bestimmte Dinge nicht mitzumachen, nicht miteinzustimmen, nicht sich anzupassen - einfach anders zu sein, um unserem Herrn Ehre zu machen. Es braucht Mut, um die richtigen und guten Dinge zu tun/zu sagen und die falschen und schlechten Dinge zu lassen.

Mutige Menschen haben Überzeugungen, nicht nur Meinungen. Sie stehen für die Positionen Gottes. Sie pflegen ein eigenständiges Denken und reden nicht einfach anderen alles nach. Sie bedienen sich nicht irgendwelcher Phrasen, sondern bilden sich ein eigenes Urteil. Sie besitzen charakterliche Stärke und trainieren permanent ihr liebevolles Durchsetzungsvermögen.

Mutig zu werden und mutig zu bleiben ist ein permanenter Kampf. In diesem Kampf sollten wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Deshalb sollten wir gemeinsam lernen, aufmerksam und transparent miteinander zu leben. Nur so werden wir rechtzeitig mitkriegen, wann jemand entmutigt ist oder dabei ist, seinen Mut zu verlieren und einsam aufzugeben. Zum Auftrag Jesu gehörte es auch, den Verzweifelten neuen Mut zu machen - siehe Lk4.18! Josef war ein Mensch, der anderen Mut machte. Deshalb gaben ihm die ersten Christen den Namen Barnabas. (Apg4.36)

Andere zu ermutigen, gehört zum Kerngeschäft eines Jüngers: Gott, der HERR, gibt mir die richtigen Worte, damit ich erschöpfte Menschen trösten und ihnen neuen Mut zusprechen kann. Morgen für Morgen weckt er in mir das Verlangen, von ihm zu lernen wie ein Schüler von seinem Lehrer. Jes50.4

Lasst uns alle in dieser Disziplin “Ermutiger-sein” im neuen Jahr große Fortschritte machen! Das sollen wir tagtäglich einüben und trainieren: Morgen für Morgen uns dem Herrn dafür zur Verfügung stellen, dass ER durch uns andere ermutigen kann. Wäre das vielleicht ein Jahresmotto für uns: „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens 1 Menschen ermutigt habe.“?

Paulus wusste um den Segen und die große Chance, wenn Christen zusammenkommen und sich gegenseitig ermutigen. Deshalb freute er sich riesig darauf, mit den Christen in Rom zusammenzukommen. “Oder besser gesagt: Ich möchte in eurer Mitte zusammen mit euch ermutigt werden durch den gegenseitigen Austausch über unseren gemeinsamen Glauben.” Rö1.12

Lasst uns 2020 lernen und einüben, wie wir uns gegenseitig zum Weitergehen ermutigen können. Denn entmutigte Menschen bewegen und verändern selten etwas zum Guten. Ermutigte Christen aber sind nicht aufzuhalten.

Weil unser Gott ein großartiger Ermutiger ist, wünsche ich uns, dass die Immanuel-Gemeinde eine Gemeinschaft von vielen Ermutigern wird, und wir 2020 miteinander viele ermutigende Erfahrungen machen. Lasst uns mutig weitergehen!

Euer Jürgen