Die Immanuel-Gemeinde Kaufbeuren ist eine Kirche in Neugablonz

Von Jürgen Fredrich | 1 Juli, 2019


Die Immanuel-Gemeinde Kaufbeuren ist eine Kirche in Neugablonz, die Gott viel Ehre macht und für viele Menschen zum Segen wird.

So haben wir 2018 unser Leitbild auf den Punkt gebracht. Dafür ist die Immanuel-Gemeinde Kaufbeuren da. Das ist eine großartige Bestimmung und eine herausfordernde Verantwortung, der wir uns mutig und entschlossen stellen wollen.

Jetzt ist es dran, dass wir uns und den Herrn fragen: wie kann das Wirklichkeit werden? Wie werden wir für Menschen zum Segen? Ein Segen für Menschen zu sein, bedeutet doch, dass wir mit unseren Worten und Taten einen guten, hilfreichen, ermutigenden Einfluss auf Menschen ausüben, dass wir mit unserem ganzen Leben, im Leben anderer, Spuren der Güte Gottes hinterlassen.

Als man Jesus die Frage stellte: „Was ist das Wichtigste in unserem Leben?“, antwortete ER:

“Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand. Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.” Mtt22.37-39

Gott zu lieben, wie ER es verdient, und unsere Mitmenschen zu lieben, wie sie es brauchen, das war, ist und bleibt das Allerwichtigste im Leben eines Nachfolgers Jesu und deshalb auch im Leben der Gemeinde Jesu. Wir können und wir sollen Gott und den Nächsten lieben. „Du sollst!“ - mit dieser Formulierung macht unser Herr klar, dass dies nicht optional zu verstehen ist. So im Sinne von: „Wenn ihr wollt, wenn ihr euch danach fühlt, wenn ihr dafür noch Zeit findet.“ Nein, es ist ein Gebot, eine Anweisung, ein Befehl.

Die konsequente, praktische Umsetzung dieses Gebots war von Anfang an das unverwechselbare Kennzeichen der ersten Christen. Und es wurde ein starkes und wirkungsvolles missionarisches Element, das überall wahrgenommen wurde. Sie waren in der ganzen Stadt dafür bekannt, dass sie sich nicht nur untereinander mit einer selbstlosen und opferbereiten Liebe dienten, sondern auch den Zeitgenossen außerhalb der Gemeinschaft dieselbe Liebe zeigten. Kein Wunder also, dass die Gemeinde Jesu im ganzen Volk geachtet und anerkannt war und sie von Tag zu Tag wuchs, weil viele Menschen durch das verkündigte und gelebte Evangelium zu Gott zurückfanden. (Apg2.47)

Das änderte sich auch dann nicht, als sich die äußeren Rahmenbedingungen für die ersten Christen dramatisch verschlechterten. Obwohl es ein immer größeres Risiko wurde, im Römischen Reich den christlichen Glauben anzunehmen und sich zu Jesus Christus zu bekennen, hörten die Christen nicht auf, von der Liebe Gottes zu reden und die Liebe Gottes ganz praktisch den Menschen zu zeigen.

Dieses Verhalten verblüffte die heidnische Umwelt, bis hinauf zum römischen Kaiser. Noch im 4.Jht schrieb Kaiser Julian (332-363n.Chr) folgende Zeilen voller Ärger über die ersten Christen, die er “Atheisten” schimpfte, weil sie sich weigerten, an die römischen Gottheiten zu glauben:

“Der Atheismus?? (d.h. der christliche Glaube) ist vor allem vorangeschritten durch den liebevollen Dienst an Fremden und weil man sich um die Beerdigung der Toten kümmerte. Es ist ein Skandal, dass nicht ein einziger Jude bettelt und die gottlosen Galiläer nicht nur für ihre eigenen Armen sorgen, sondern ebenso für unsere; währenddessen suchen unsere Bürger vergeblich nach der Hilfe, die wir ihnen zukommen lassen sollten.” (1.J.Piper, Dein Leben ist einmalig, S.95)

Wenn wir in der Apostelgeschichte über die Anfänge der Gemeinde Jesu in Jerusalem lesen, werden wir ganz schnell feststellen: es war auch der liebevolle Dienst an den Bedürftigen, der der Botschaft der Christen so eine einzigartige Überzeugungskraft verlieh. Die Menschen erkannten, da waren nicht nur irgendwelche religiösen Schwätzer unterwegs, sondern Menschen, die aufgrund der eigenen Veränderung durch Gottes Liebe motiviert wurden, diese Liebe an andere weiterzugeben. So ließen sie z.B. die Toten nicht einfach würdelos in den Gassen liegen, sondern kümmerten sich um eine würdevolle Beerdigung. Sie gingen nicht achtlos und gleichgültig an den Armen und Bedürftigen vorbei, sondern gaben ihnen das, was sie zum Leben brauchten. Sie kümmerten sich um die Schwächsten der damaligen Gesellschaft: Witwen und Waisen. Die Liebe Gottes öffnete ihnen nicht nur die Augen für die Not der Menschen, sondern befähigte sie auch dazu, dem Nächsten zu dienen - genau dort, wo die es brauchten.

Die kraftvolle Verkündigung der Guten Nachricht von Jesus, wurde durch die tatkräftige Hilfsbereitschaft der Christen ergänzt, unterstützt und verstärkt.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass bis heute unsere Dienstbereitschaft ein Schlüssel zu den Herzen der Menschen ist. Viele mögen uns vielleicht auf den ersten Blick verschlossen und ablehnend erscheinen. Aber wenn sie mitkriegen, dass wir ein echtes Interesse an ihnen haben, dass es uns wirklich wichtig ist, wie es ihnen geht und was sie brauchen, dann kann sich das Blatt ganz schnell wenden. Die Güte Gottes führt bis heute Menschen zur Umkehr – vorausgesetzt, man erfährt sie.

Stell dir vor, in deiner nächsten Umgebung gibt es einen Menschen, der seit Jahren niemanden hat, mit dem er reden kann. Vielleicht ist der Mann oder die Frau gestorben, und nun sitzt dieser Mensch seit Monaten vereinsamt in seinen 4 Wänden. Was kann nicht alles geschehen, wenn du diesem Menschen einfach nur mit etwas Zeit und Zuhören dienst? Du kannst ein ganzes Leben verändern und manchmal sogar vor dem Suizid retten - und das nur deshalb, weil du bereit warst, mit den Gaben und Talenten, die Gott dir geschenkt und anvertraut hat, einem anderen zu dienen.

Den Nächsten lieben heißt, ihm zu dienen. Liebende Menschen dienen und machen genau dadurch einen Unterschied.

Aber das Gegenteil ist auch wahr. Wir vergeuden unser einziges, kurzes Leben, wenn wir das, was Gott uns zur Verfügung stellt, nur für uns selbst gebrauchen und verbrauchen: Talente und Fähigkeiten, Geld und Besitz, Kraft und Zeit nur für sich selbst verwenden, macht ein Leben nur armselig, niemals reich. Es ist in jedem Fall besser, sein Leben zu verlieren, als zu vergeuden.

Stell dir vor, was passieren könnte, wenn 100 Leute aus der Immanuel-Gemeinde damit anfangen würden, jede Woche 1 Menschen mit 1 Stunde ihres Lebens - wie auch immer- zu dienen! Z.B. durch Zuhören, im Haushalt helfen, zum Mittagessen einladen, beim Einkaufen helfen, bei Behördengängen unterstützen, den Rasen mähen, Fenster streichen, Babysitten, oder… oder…. Mit dem Einsatz von 1 Stunde/Woche können wir auf Dauer in unserer Umgebung tiefe Segens-Spuren hinterlassen und dem Evangelium von Jesus eine neue Glaubwürdigkeit verleihen, weil die Menschen realisieren, dass wir nicht nur reden, sondern handeln. Solchen Leuten schenkt man leichter Gehör.

Am liebsten würde ich so ein Nächstenliebe-Projekt mit uns starten: von Juli bis Ende November setzen wir 1h pro Woche bewusst und gezielt zur Nächstenliebe ein. Und dann werten wir unsere Erfahrungen Ende 2019 gemeinsam aus, ob und was sich dadurch in unserem eigenen Leben und in unserem Umfeld verändert hat. Machst du mit? Melde dich bei mir!
Jeder kann lernen, seinen Nächsten zu lieben. Du musst nur das dafür einsetzen, was Gott dir jeden Tag anvertraut. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Es geht dabei nicht um Heldentaten, sondern um die kleinen Schritte und Taten, die jedem möglich sind.

“Wenn Sie die Welt verändern wollen… fangen Sie klein an und machen Sie ihr Bett.” (William H. McRaven) Großes beginnt immer klein. Gott braucht nur die schlichte Bereitschaft von uns, das zum Segen für andere einzusetzen, was wir haben. Fang einfach ganz klein an. Vielleicht ist deine Nächste, deine Mutter, der du deine Liebe dadurch zeigen kannst, indem du dein Zimmer aufräumst und sie dadurch entlastet wird und für anderes etwas mehr Zeit findet. Oder du hilfst ganz praktisch beim Senioren-Frühstück von “Nächstenliebe in Aktion” am Samstagvormittag. Wolfgang Groß ist dafür dein Ansprechpartner. Aber fang an!

Wer auch immer dein Nächster ist - fang an, ihm Liebe zu zeigen! Es gibt keine bessere Zeit dafür, als heute und jetzt. Frag Jesus, wem du der Nächste bist, wer deine praktische Liebe braucht! Und dann steh auf und tu es! Vergeude deine Tage nicht – setze sie für das Wichtigste ein: Liebe deinen Nächsten!

Euer Jürgen