Ein neuer Lebensstil: lebe aufgeräumt!

Von Jürgen Fredrich | 1 April, 2019

https://unsplash.com/photos/pJYd5CI_TRM

Wir leben in einer sehr turbulenten und unsicheren Zeit. Vordergründig betrachtet, liegt das an den vielen tiefgreifenden Veränderungen, die sich in so schnellem Tempo ereignen. Wer aber das Zeitgeschehen aus der Perspektive Gottes anschaut, wird feststellen: die eigentliche und zentrale Ursache für das große Durcheinander ist etwas ganz anderes. Meine persönliche Auffassung jedenfalls ist: wenn wir Menschen die Ordnungen Gottes einfach so über Bord werfen, für überflüssig und überholt erklären, brauchen wir uns nicht zu wundern, das Chaos und Unordnung entstehen und überhandnehmen. Wir können nicht ohne Folgen die Schöpfungsordnungen Gottes abschaffen und uns der Illusion hingeben, so entstehe Frieden. Das NT sagt genau das Gegenteil: “Denn Gott will keine Unordnung, er will Frieden.” (1.Kor14.33) Wo die Ordnungen Gottes abgelehnt werden, entsteht Unordnung, und der Frieden geht verloren - zwischenmenschlich, gesellschaftlich und unter den Völkern. Ein echter Friede ist nur dann möglich, wenn wir Menschen uns in die Ordnungen Gottes stellen und darin leben. Es macht z.B. einen großen Unterschied, ob eine Gesellschaft sich an den 10 Geboten Gottes orientiert und danach lebt oder sie als überholt aussortiert. Ein kleiner Vergleich hilft vielleicht. Wer in unserem Straßenverkehr zurechtkommen will, muss die Straßenverkehrsordnung nicht nur kennen, sondern sich auch daran halten. Und wenn dir noch so oft danach zumute ist, auf der freien B12 dein 500PS-Auto auszufahren - ich verspreche dir: du wirst große Probleme bekommen.

Was für diesen großen, globalen Horizont gilt, ist auch für unser kleines Leben gültig und von Bedeutung. Wenn wir im Frieden mit Gott und im Frieden untereinander leben wollen, müssen wir uns entscheiden, die Ordnungen Gottes für unser Leben zu bejahen und darin zu leben. Gott ist wahrlich kein kleinkarierter, zwanghafter Ordnungs-Despot, dem es nur um die Ordnungen ginge. Aber Er weiß auch, dass uns das Leben nur dann wirklich gelingen kann, wenn wir es zulassen, dass Er unser Leben neu ordnet. Gott liebt Ordnung, weil sie Leben erst möglich macht. Deshalb liegt Ihm sehr daran, dass wir in unserem äußeren und inneren Leben Ordnung schaffen. Der Lebensstil im Reich Gottes trägt die Überschrift: Aufgeräumt leben! Um in die Ordnungen Gottes zurückzufinden, müssen wir diese Ordnungen kennen und dann – ihnen entsprechend - in unserem inneren und äußeren Leben aufräumen.

Im Frühjahr werden wir ja jedes Jahr fast intuitiv dazu motiviert, in unserem äußeren Leben aufzuräumen und Ordnung zu schaffen - Frühjahrsputz ist angesagt. Wenn man den Aufräum-Profis glauben kann, verschwenden wir im privaten Bereich und am Arbeitsplatz unfassbar viel Zeit und Kraft mit Suchen, weil die klare und nötige Ordnung fehlt. Laut einer Studie des Frauenhofer-Instituts verschwenden deutsche Arbeitnehmer ca. 10% ihrer Arbeitszeit nur mit Suchen von Dokumenten oder Material. Bei 249 Arbeitstagen 2019 in Bayern wären das ca. 24 Arbeitstage - unfassbar viel Zeit und richtig teuer. Aus eigener Erfahrung weiß ich: es lohnt sich, auch im Privaten damit anzufangen, Ordnung in seine Sachen zu bringen. Das beginnt mit ausmisten und entsorgen von Dingen, die man nicht mehr braucht. Fang doch mal mit deiner Handtasche oder deinen Schreibtisch-Schubladen an. Und dann gilt es, jeder Sache einen Platz zu geben. Ein ganz einfaches Ordnungs-Prinzip, das ich von Jürgen Kurz gelernt habe: Alles hat einen und alles hat seinen Platz. Deshalb kommt z.B. mein Handy-Kabel immer (meistens) an denselben Platz. Ich kann euch gar nicht mit Worten beschreiben, was für ein erhebendes Gefühl es ist, wenn in einem Bereich Ordnung entsteht. Fang an! Mach das zu einem wichtigen Jahresprojekt: ich schaffe Ordnung in meinem äußeren Leben! Lebe aufgeräumt!

Aber bitte vergiss und vernachlässige dabei nicht dein inneres, geistliches Leben! Gerade dort beginnt i.d.R. das Aufräumen. Ordnung entsteht von innen nach außen. Auch in unserer Seele sammelt sich im Lauf eines Tages, einer Woche oder Monats unglaublich viel Müll und Schrott an. Was nehmen wir im Alltag nicht alles in uns auf, was uns selbst oder unseren Beziehungen nicht guttut, unsere Beziehung zu Jesus nicht vertieft, verstärkt und festigt! Dieses Gerümpel belastet unser Leben mehr, als wir vielleicht glauben.

Eine innere Unordnung hat Auswirkungen auf unser geistliches Leben: Unser Herz wird hart und unempfänglich für die Impulse Gottes. Unser Denken und Reden wird oberflächlich. Wir sind mehr mit uns beschäftigt. Unsere Gebete werden seicht und wirkungslos. Unser Bibellesen gleicht mehr einem Knäckebrot-Frühstück, als einer kraft-spendenden Brotzeit. Wir finden uns damit ab, dass unsere Kinder kein Interesse an einem Leben mit Jesus entwickeln. Es macht uns überhaupt nichts mehr aus, wenn wir dem Herrn unseren Zehnten schuldig bleiben. Oder wir arrangieren uns mit Gefälligkeitslügen - was ja die meisten ohnehin akzeptieren. Bitterkeit und Zynismus wuchern in unserem Innern. Lau und lässig leben, wird ganz normal. Für alles finden wir eine Ausrede oder Entschuldigung, aber damit sind diese Dinge nicht fachgerecht entsorgt. Aufräumen angesagt!

Für das geistliche Aufräumen verwendet die Bibel den Begriff: umkehren, Buße tun. Ein ganz unmodernes, unbeliebtes und leider oft auch ein sehr falsch besetztes Wort in unserem Kulturkreis. Das Geheimnis echter Buße ist in Wirklichkeit ein großes und großartiges Geschenk des Himmels an uns. Vorausgesetzt, wir sind bereit, ehrlich mit uns umzugehen. Im NT lesen wir: “Seht ihr nicht, dass er euch durch seine Güte zur Umkehr bewegen will?” (Rö2.4) Die Möglichkeit zur Umkehr ist eine Initiative der Güte Gottes.

Vielleicht sind wir zum Aufräumen entschlossener und mehr motiviert, wenn wir uns bewusst machen, wer eigentlich am stärksten davon betroffen ist, wenn wir sündigen. Wen verletzen wir damit am meisten? Nur umzukehren, weil wir unter den Folgen unseres Fehl-Verhaltens leiden oder weil wir nur die Probleme beseitigt haben möchten, die durch unser eigenwilliges oder egoistisches Verhalten entstanden sind, greift zu kurz.

Es wird Zeit, dass wir in Blick bekommen, was wir schon mit unseren scheinbar „kleinen“, „harmlosen“ Sünden bei Gott bewirken. In 1.Mos6.6 lesen wir: “und es schmerzte ihn bis in sein Innerstes hinein.” Andere Übersetzungen: war tieftraurig – bekümmert - es tat ihm weh – war tief betrübt. Fakt ist: wie wir leben und was wir tun - es berührt immer zutiefst das Herz Gottes - zum Guten wie zum Schlechten. Was wir nicht tun und wie wir nicht leben - es trifft IHN mitten ins Herz. Die Sünde der Menschen brachte Gott an den Punkt, an dem Er es sogar bereute, uns Menschen geschaffen zu haben. Selbst dann, wenn unser falsches Verhalten uns gar keine Nachteile eingebracht hat und wir gar nicht verstehen können, warum wir es aufhören und bereuen sollen - selbst dann bleibt es Tatsache: unsere Sünde macht etwas mit Gott, sie trifft Ihn mitten ins Herz.

Und trotzdem gibt Er uns nicht auf. Trotzdem schenkt Er uns die Möglichkeit zur Umkehr. Trotzdem hilft Er uns beim Aufräumen. Trotzdem schickt Er Seinen Sohn zu uns, um für uns die Strafe auf sich zu nehmen, die wir verdient hatten. Er sorgt dafür, dass wir freigesprochen werden können. Was für eine Liebe - was für eine Güte - was für ein wunderbarer, gnädiger Gott! Lass dich dazu ermutigen, auch dein inneres Leben aufzuräumen! Bekenne Gott die Dinge, die du entsorgen und loswerden musst! Bekenne den Menschen dein Versagen, die durch dein Verhalten Schaden genommen haben! Schaff in dir Raum für Neues, für Gutes vom Vater im Himmel!

Geistlich Aufräumen ist nicht nur eine einmalige Frühjahrs-Aktion - das ist ein ganz neuer, anderer Lebensstil. Um aufgeräumt leben zu können, sorgen wir am besten jeden Tag dafür, dass die Ordnung, die Jesus in unser Leben bringt und zum Frieden mit Gott führt, aufrecht erhalten bleibt. Lebe aufgeräumt, weil das der Lebensstil im Reich Gottes ist, weil es Gott ehrt und dir nur gut tut! Lebe aufgeräumt!

Seid dazu ermutigt und gesegnet - euer Jürgen