Eine Kultur der Freude

Von Jürgen Fredrich | 1 November, 2018

Auch wenn wir einen wunderschönen Spätsommer in diesem Jahr genießen konnten, lässt es sich nicht umgehen, dass jetzt die Monate wieder vor uns stehen, in denen die Tage kürzer werden, wo Nebel, Kälte, Regen, Wind und Schnee auf uns warten. Aber diese jahreszeitlichen Veränderungen brauchen unser Lebensgefühl nicht nach unten zu ziehen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich das gesellschaftliche Klima in unserem Land dramatisch zum Schlechten verändert. Das Miteinander wird immer stärker von Ängsten, Sorgen, Unsicherheiten, Schuldzuweisungen, Anklagen, Unterstellungen, Unzufriedenheiten und Empörung bestimmt. Zu den schlechtesten Stimmungsmachern in unserem Land zähle ich viele Medien-Verantwortliche, die z.T. mit einer unglaublichen Arroganz auftreten und mit Stimmungen politische Entscheidungen herbeizwingen, die jeder Faktenlage widersprechen.

Aber all diese Besorgnis erregenden Fakten brauchen letztendlich nicht das Lebensgefühl der Nachfolger Jesu dominieren. Die Menschen, die tatsächlich und nicht nur auf dem Papier, unter der Herrschaft Jesu ihr Leben führen und gestalten, werden von einer ganz anderen Kraft erfüllt und bestimmt. Denn ein zentrales Merkmal von Gottes Herrschaft ist: Freude. Wo ER regiert, wo ER das Leben von Menschen bestimmen und prägen darf, dort entsteht unausweichlich große Freude. Eine Freude, die diese Welt nicht kennt.   Diese Welt braucht immer einen Anlass zur Freude: einen 6er im Lotto - Beförderung oder Gehaltserhöhung - ein gewonnenes Fußballspiel oder eine gewonnene Wahl - ein Traumurlaub oder eine bestandene Prüfung - ein Geschenk oder eine Anschaffung - eine überstandene Krise oder Krankheit… Sich über all diese Dinge zu freuen ist nur normal, gut und richtig, aber diese Freude hält erfahrungsgemäß nicht lange an. Deshalb muss man sich schon nach kurzer Zeit wieder auf die Suche nach neuem Glück und neuer Freude machen. Wenn unsere Freude aber so sehr von äußeren Faktoren und von so seltenen und außergewöhnlichen guten Erfahrungen abhängig ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir uns nicht lange oder nur sehr selten im Leben freuen werden.   Dagegen ist die Freude, die in Gottes Reich das ganze Leben und den Umgang miteinander bestimmt, allein abhängig von unserem Vater im Himmel. “Denn im Reich Gottes geht es nicht um Fragen des Essens und Trinkens, sondern um das, was der Heilige Geist bewirkt: Gerechtigkeit, Frieden und Freude.“(Rö14.17) Im Haus dieses Vaters herrscht eine Atmosphäre der Freude - dort wird viel gelacht, gesungen, getanzt, gejubelt und gefeiert. Dort treffen wir auf eine Kultur der Freude.   Jesus gewährt uns einen kurzen Einblick in das Haus seines Vaters. ER lehrt uns in Lk15, worüber sich der ganze Himmel freut: “Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.” Wenn nur ein Mensch zurückfindet zu Gott, wird im Himmel gejubelt und gefeiert. Und wie finden Menschen zurück zu Gott, lernen IHN kennen und finden eine persönliche Verbindung mit IHM? Indem wir ihnen die Frohe Botschaft bringen. Wenn wir davon reden, wie ER uns alle Schuld vergeben und neues Leben geschenkt hat. Es bezeugen, wie ER unser Leben verändert und Hoffnung und Zukunft in unser Leben gebracht hat. Wenn die Menschen es an uns sehen können, dass in uns eine starke Gewissheit lebt, für immer bei Gott zu sein, egal was das Leben hier uns noch bringt und wann es zu Ende sein wird. Niemand und nichts kann uns aus seiner Hand reißen. Niemand und nichts kann uns von seiner Liebe trennen. All das gibt unserem Leben eine ganz neue Lebensqualität.
  Die Bibel lehrt uns, dass das Volk Gottes, die Gemeinde Jesu, eine zutiefst fröhliche Gemeinschaft sein kann - unabhängig davon, ob die Umstände oder Anlässe passen oder nicht. Die Freude, die von Gott kommt, ist auch dann noch präsent und erfahrbar, wenn sich Schwierigkeiten oder Probleme einstellen. Diese Freude ist absolut alltags- oder lebenstauglich. Ein Beispiel dafür: Paulus und Silas wurden in Philippi brutal geschlagen, misshandelt und danach in den Hochsicherheitstrakt des Kerkers geworfen. War das vielleicht der richtige Zeitpunkt, sich zu freuen? Paulus und Silas jedenfalls fingen um Mitternacht an, Gott laut zu loben. (Apg16.22-25) Selbst in einer so misslichen Lage hatten die beiden Grund, sich zu freuen. Sie warteten nicht auf einen Anlass, sondern erinnerten sich an den Grund, warum sie in der Situation waren: für Jesus. Und Jesus war ihnen Grund genug, sich zu freuen und Gott laut zu loben. Und wenn ihr den Bericht zu Ende lest, werdet ihr erfahren, welche Kraft diese Freude besitzt: sie kann sowohl Umstände als auch die Herzen von Menschen im Sinne Gottes verändern.   Ich wünsche uns allen ganz neu die Entdeckung und Erfahrung, dass die Freude des Himmels auch unser Leben hier ansteckt und bestimmt. Lasst uns dafür sorgen, dass sich der Himmel noch über viel mehr Menschen in unserer Stadt freuen kann, weil sie zurückfinden zu Gott! Lasst uns gemeinsam die Frohe Botschaft zu den Menschen bringen, die diese Freude von Gott noch nicht kennen! Lasst uns von dem gnädigen und lebendigen Gott offensiv reden, der uns immer noch liebt und vergibt! Das wird nicht nur Freude im Himmel, sondern auch in uns selbst auslösen. Von Gott gebraucht zu werden, um seine Freude in das Leben von Menschen zu tragen, kann vielleicht auch unser bester Beitrag sein, damit unser Volk seine fundamentale Orientierungs-Krise bewältigt. Jedenfalls ist die alte Weihnachts-Botschaft aktueller denn je:

„Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird: Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr! Lk2.10

Dazu seid gesegnet mit einer neuen, frischen und überfließenden Freude aus dem Himmel!

Euer Jürgen