Mittwochsmail

Von Jürgen Fredrich | 7 Februar, 2018

Das Volk der Judäer sang ein Klagelied: »Die Kraft der Träger reicht nicht mehr, der Schutt ist viel zu viel. Alleine ist es uns zu schwer, wir kommen nie ans Ziel. Neh4.4

Wir haben am Sonntag gehört, dass Gott ein Meister darin ist, mit den Trümmern unseres Lebens etwas Schönes, Gutes und Brauchbares zu schaffen. Unsere zerbrochenen Träume und Vorstellungen, können der Dünger für Seinen Plan und Seine Vorhaben mit unserem Leben werden.

Zerbrochene Träume, gescheiterte Beziehungen, nicht gelungene Prüfungen, geplatzte Pläne - wie immer sich die Trümmer in unserem Leben konkretisieren: wenn sich zuviel Schutt in unserem Leben angesammelt hat, dann geht es uns wie den Nehemia-Leuten:

wir sind entmutigt, werden hoffnungslos, geben auf, wagen nichts Neues und finden uns mit den Trümmern ab. Der Anblick von Trümmerhaufen lassen unseren Glauben auf das Niveau von Kleinglauben oder Unglauben zusammenschrumpfen. Trümmer tun weh und schmerzen. Wenn wir nicht bewusst und richtig mit ihnen umgehen, dann lassen sie unser Herz erkalten und unsere Hingabe auffressen. Zerbrochenheiten haben das Potenzial, uns den Wind des Himmels aus den Segeln nehmen. Wir sitzen fest, treten auf der Stelle, kommen nicht voran - und bewegen nichts mehr. Denn nur Bewegte bewegen etwas.

Ist das vielleicht heute auch deine innere Befindlichkeit:

  1. hab keine Kraft mehr – d.h. ich bin am Ende, will aufgeben, du denkst, ich schaff das nicht mehr

  2. steh vor einem Berg von Schutt und Asche - Pleiten, Pech und Pannen müllen dich zu - eine negative Erfahrung nach der anderen - alles steht wie das Matterhorn vor dir.

  3. fühlst dich mit deiner Situation alleine - das scheint niemanden zu jucken oder zu interessieren, wie es dir zur Zeit geht - was sollen andere mir auch schon abnehmen können - damit muss ich alleine zurechtkommen.

  4. glaubst nicht mehr daran, dein Ziel zu erreichen. Du bist so mit deinem alltäglichen Überlebenskampf beschäftigt, dass du gar keinen Nerv dazu hast, dich um dein Zielfoto zu kümmern.

Ich persönlich kenne solche Situationen sehr, sehr gut. Und ich weiß, wie man sich dort fühlt und welchen Gefahren wir in solchen Lebenssituationen ausgesetzt sind. Wenn die Gedanken nur noch um die Probleme, Enttäuschungen und Verletzungen kreisen - und der Schuttberg ständig zu wachsen scheint.

Wie kommst du da wieder raus? Ich will dir kurz sagen, was ich gelernt habe:

  1. Werde ehrlich - zu dir selbst und vor Gott. Schütte dein Herz aus - dein Vater im Himmel hält das aus. Es ist überhaupt nicht tragisch, wenn du keine Kraft mehr hast. Wir müssen nicht immer stark sein. Es ist erlaubt und sehr heilsam, Jesus zu sagen: ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende. Wenn du nicht nachlegst, nachschiebst, neue Kraftquellen für mich auftust, war´s das. Jesus liebt diese ehrlichen Gebete ungemein und antwortet sehr schnell.

  2. Werde ehrlich vor Menschen, denen du vertrauen kannst. Und du wirst feststellen, dass du nicht der einzige bist, der so etwas durchleben muss. Johannes schreibt sehr klar, wie Gemeinschaft wirklich zustande kommt: “Leben wir aber im Licht, so wie Gott im Licht ist, dann haben wir Gemeinschaft miteinander.” (1.Joh1.7) Wenn du mit deinem Ergehen ins Licht kommst und diesen Schritt wagst, wirst du sehr schnell erfahren: du bist nicht alleine - du hast Menschen an deiner Seite, die sich für dich interessieren, sich für dich einsetzen, dich unterstützen und für dich beten. Das große Plus einer Gemeinde.

  3. Fang an, dich für andere zu interessieren, für andere zu beten und für andere da zu sein. Lass dich an Hiob erinnern. Keiner von uns will auch nur ansatzweise seine Schicksalsschläge durchleben müssen. Er suchte, aber fand keinen Ausweg aus seiner Krise - bis er anfing für andere Menschen zu beten. Da begann Gott, seine Situation dramatisch zum Guten zu verändern. (Hiob42.10) Gerade wenn du meinst, dass du nichts zu geben hast, kannst du dich vom Herrn gebrauchen und IHN durch dich wirken lassen. Warte nicht, bis dich jemand anruft – nimm du das Telefon in die Hand, und ruf einen Menschen an, der es braucht. Anstatt dem Herrn zum 10ten Mal zu sagen, wie schlecht es dir geht, beginn doch damit, für andere zu beten. So funktioniert das Reich Gottes. Und du wirst staunen, wie der Himmel reagiert.

Ich möchte dich ermutigen, finde dich mit deinen Zerbrochenheiten nicht ab. Schaffe etwas Neues, was zum Segen für andere wird. Sei dazu gesegnet - Jürgen