Mittwochsmail

Von Jürgen Fredrich | 15 November, 2017

Zu Petrus gewandt sagte Jesus: »Simon, Simon, pass auf! Der Satan ist hinter euch her, und Gott hat ihm erlaubt, die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber ich habe für dich gebetet, dass du den Glauben nicht verlierst. Wenn du dann zu mir zurückgekehrt bist, so stärke den Glauben deiner Brüder!« Lk22.31-32

Simon, Simon – damit sagte Jesus: Simon, ich will deine ganze Aufmerksamkeit, was ich dir jetzt zu sagen habe, ist wichtig, zu wichtig, um gleich wieder zur Tagesordnung überzugehen.

Jesus lebte sehr wachsam und geistesgegenwärtig. Er sieht nicht nur das Sichtbare. Er nimmt nicht nur die Stimmung im Team oder die äußeren Umstände wahr. Er sieht nicht nur das Verhalten und den Umgang seiner Jünger. In dieser Situation jedenfalls wird ihm sehr klar, hier läuft mehr ab. Das ist nicht nur einer der schlechteren Tage im Leben, wo nicht alles rund läuft. Hier ist mehr im Busch.

Und dann rückt ER mit seiner geistlichen Diagnose unverblümt raus: Satan ist hinter euch her und dabei, in eurem Leben den Spreu vom Weizen zu trennen. In unserem Leben gibt es immer wieder Phasen, wo Gott dafür sorgt, dass Gutes vom Schlechten getrennt wird. Dass ER Unbrauchbares vom Wertvollen separiert. Mal gilt es, die alten, schlechten Gewohnheiten abzulegen und neue einzuüben. Mal ist es dran, unsere Bequemlichkeits-zonen aufzugeben und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Fruchtlose Bemühungen sind einzustellen, damit wir mehr Zeit und neue Kraft für die Dinge haben, die gute, bleibende Frucht tragen. Früher wurden die Weizenkörner von der wertlosen Spreu mithilfe des Windes getrennt, da die Weizenkörner schwerer sind als die Spreu. Beides wurde mit der Worfschaufel bei Wind in die Höhe geworfen. Dabei fiel das Korn zu Boden und blieb, die Spreu wurde weggeblasen.

Vielleicht bläst in deinem Leben gerade so ein Wind, der deutlich macht, wie ernst es uns mit Jesus wirklich ist und wie echt unser Glaube ist. Sind wir nur „Gut-Wetter-Christen“ oder gehen wir mit Jesus durch Dick und Dünn?

Im Falle des Petrus und der Jünger hier, war es eine ziemlich kritische Situation. Da ging es ans Eingemachte, weil Satan bei diesem Sichtungsprozess eine ganz andere Absicht verfolgte. Er wollte feststellen, wie echt die Hingabe, der Glaube und die Liebe der Jünger zu Jesus wirklich ist. Und sollte sich herausstellen, dass sie es wirklich ernstmeinten damit, dann wollte er alles daransetzen, diesen Glauben zu zerstören, sie zum Aufgeben zu bringen.

Im Fokus satanischer Angriffe steht immer unser Vertrauen in Gott. Wenn unser Vertrauen in Gott Risse bekommt, schwächer und oberflächlicher wird, dann können wir nicht mehr siegreich leben. „Denn der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ (1.Joh5.4) Wir wissen vielleicht noch um Gottes Zusagen, aber wir glauben IHM nicht mehr wirklich. Wir beten immer noch, aber unsere Gebete werden von leisen Gedanken kommentiert: wird Er es wirklich machen? Das glaubst du doch selber nicht!? Wir wissen, dass ER gut ist, aber wir vertrauen IHM nur noch mit Vorbehalt. Dann finden wir immer Gründe, etwas nicht zu machen, etwas nicht zu wagen.

Was ich von Jesus hier lerne? Er sieht nicht nur seine Jünger in dieser geistlichen Konfrontation. ER schaut nicht nur zu und gibt seine lehrreichen Kommentare ab. Nein - Er betet für seine Freunde, dass ihr Glaube nicht aufhört. Eins weiß ich: dass ich heute noch dem Herrn vertraue und mit Ihm auf dem Weg bin, ist die Frucht solcher Gebete von Menschen für mich. Ich möchte euch deshalb zu zwei Dingen im Namen Jesu ermutigen:

  1. dass wir in den nächsten Wochen bewusst und wachsam füreinander beten: dass unser Glaube nicht nur nicht aufhört, sondern auch wieder stärker und kraftvoller wird. Macht das in euren Kleingruppen, in den Familien, in unseren Team-Treffen.

  2. dass wir einander unseren Glauben stärken – indem wir einander an die Zusagen Gottes erinnern und uns entscheiden, IHM ganz neu zu vertrauen. Oder wir lesen wieder vermehrt in Gottes Wort, weil Glaube durch das Wort Gottes entsteht. Wir vertrauen nicht unseren Erfahrungen, den Umständen – wir vertrauen einem lebendigen, mächtigen, liebevollen und sehr weisen Gott!

Für die Zeit, die vor uns liegt, brauchen wir einen neuen, frischen Glauben. Sonst können wir nicht vorangehen. Der Herr jedenfalls schenkt uns gerne seinen siegreichen Glauben!

Im Gebet mit euch verbunden – euer Jürgen