Mittwochsmail

Von Jürgen Fredrich | 2 August, 2017

Quo vadis - Herr, wohin gehst du? Joh 13.36

Liebe Geschwister und Freunde

die Menschen heute suchen nach Orientierung. Wie finde ich mein Lebensziel heraus? Wer zeigt uns den „richtigen“ Weg zum Ziel? Wer sagt uns, wie wir heute leben können und leben sollen? Wo erhalten wir noch klare und zuverlässige Aussagen, wie uns das Leben im 21.Jht gelingen kann? Gibt es in diesen turbulenten, unübersichtlichen Zeiten noch einen zuverlässigen Kompass, der uns sicher durch die Stürme des Lebens navigiert?

Obwohl diese Fragen vorhanden sind, gleichen viele Menschen dem Kapitän eines Flugzeugträgers. Seine Mannschaft hatte bei hohem Wellengang direkt vor ihnen auf ihrem Kurs ein helles Licht ausgemacht. Da war wohl ein Schiff auf Kollisionskurs. Sie forderten deshalb dieses Schiff auf, seinen Kurs zu ändern. Aber von dort kam die stereotypische Antwort: „besser sie ändern ihren Kurs!“ Nachdem sich die Situation zuspitzte und das Gespräch eskalierte, griff der Kapitän selbst ein. Ultimativ und unter Androhung schlimmster Konsequenzen forderte er das vermeintliche Schiff auf Kollisionskurs zum letzten Mal auf: „Verlassen sie sofort ihren Kurs um drei Grad Steuerbord. Hier spricht der Kapitän des Flugzeugträgers New Horizon.“ Darauf kam die bekannte Antwort, mit einem kleinen Zusatz: „besser sie ändern ihren Kurs, hier spricht der Leuchtturm.“

Vielleicht schmunzeln wir über die unwissende Arroganz des Kapitäns. Aber mit einer solchen Einstellung zu leben, bringt unser Leben sehr schnell auf einen Crash-Kurs. Tragisch für den, der in solch entscheidenden Situationen auf keinen Leuchtturm stößt.

Genau diese Leuchtturm-Bestimmung trägt die Gemeinde Jesu – ein Leuchtturm im Sturm der Zeiten. Die Gemeinde Jesu, also du und ich gemeinsam, wir sollen und können es für die Menschen sichtbar machen, wie wir leben sollen und wie uns das Leben gelingen kann. Deshalb rief Jesus über uns diese Bestimmung aus: „Ihr seid das Licht der Welt!“ (Mt5.14) Wie kraftvoll und wegweisend aber das Licht der Immanuel-Gemeinde in unsere Zeit hinein strahlt, entscheidet sich dann aber bei einer sehr einfachen Frage: nur dann, und nur in dem Maße, wie wir die Bibel als Kompass für unser ganzes Leben annehmen und benutzen, wird unser Licht hell und orientierungsgebend scheinen. Wer die Bibel nur für seine Glaubensüberzeugungen braucht, aber sein praktisches, alltägliches Leben nicht danach ausrichtet, wird bestenfalls ein religiöses Irrlicht werden, aber niemals Licht der Welt sein können.

Ihr Lieben, in den letzten Wochen musste ich Gespräche führen, die mich zutiefst erschütterten. Scheinbar ist das unter uns kein allgemein gültiger und anerkannter Wert, dass wir uns möglichst bei allen, aber v.a. bei wichtigen, weichenstellenden Entscheidungen am Wort Gottes orientieren. Deshalb ist es mir ganz neu wichtig, dass wir diesen Wert wieder für uns alle verbindlich machen. Wir müssen es lernen und lernen wollen, unser ganzes Leben nach dem Wort Gottes auszurichten. Die Bibel sagt uns nicht nur viel Gutes über theologische Themen und Lehrfragen, wie Reich Gottes, Gebet, Zeichen und Wunder, über den Himmel und Hölle, und Gott selbst. Die Bibel ist auch ein äußerst zuverlässiger Kompass für unser alltägliches Leben – bei Erziehungs- oder Ehefragen, dort finden wir klare Kriterien für die Berufs- oder Partnerwahl. Das Wort Gottes macht uns entscheidungsfähig – und befähigt uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es bewirkt auch die Lebensveränderungen in uns, die wir brauchen, um Jesus immer ähnlicher zu werden.

Jetzt ist nicht die Zeit, das Wort Gottes zu vernachlässigen oder zu relativieren. Wir sollen es ernstnehmen und ihm Raum in unserem Leben machen und unser Verhalten danach ausrichten. Lasst uns das in den Wochen vor uns für uns ganz persönlich neu festmachen: Herr, dein Wort ist mein Kompass für mein Leben. Ich will nicht nur das Richtige glauben, sondern auch richtig leben. Dazu brauch ich deine Wahrheit und dein Wort ist die Wahrheit. An jedem neuen Tag stell Jesus die Frage: wohin gehst du heute? Ich will dir folgen! Ich segne euch mit dieser heiligen Entschlossenheit, dem Wort Gottes wieder den angemessenen Platz in eurem Leben zu geben. Herzlichst – euer Jürgen