Mittwochsmail

Von Jürgen Fredrich | 25 Januar, 2017

Wenn du beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür hinter dir zu, und bete zu deinem Vater. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. Leiere nicht endlose Gebete herunter wie Leute, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie würden bei Gott etwas erreichen, wenn sie nur viele Worte machen. Folgt nicht ihrem schlechten Beispiel, denn euer Vater weiß genau, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn um etwas bittet. Mt6.6-8

Wir glauben an Gott, den Vater, von dem sich jede leibliche und geistliche Vaterschaft ableitet. Durch die Verbindung mit Jesus ist unser Schöpfer auch unser Vater geworden. Durch IHN bist Du nicht nur mehr Mann/Frau, sondern Sohn oder Tochter des Vaters im Himmel. Du hast Zugang zu einem Vater, der alle menschlichen Vorstellungen über den idealen dad verblassen lässt. Hier bei Matthäus lesen wir, dass wir nicht viele Worte machen müssen, um IHN zum Handeln zu bewegen. Dass wir IHN erst gar nicht über unsere Situation informieren und aufklären müssen, sondern ER bereits genau weiß, was du wirklich brauchst und wonach du dich sehnst. Und trotzdem will ER alles aus Deinem Munde hören – ER will, dass Du es IHM sagst, was du brauchst und dich bewegt.

Ich möchte Euch alle ermutigen, dass wir in diesen Tagen lernen, mal ganz ehrlich mit unserem Vater zu reden. Nicht weil wir bisher unehrlich gebetet hätten, nein! Aber so viele Gebete klingen so wohlfein, so abgeklärt, so richtig – aber oft nicht echt. Vielleicht mal so: „Vater, ich habe überhaupt keine Lust mehr zum Beten. Ich bete einfach nicht gerne. Das ist so langweilig geworden. Ich weiß, dass das nicht richtig ist, aber ich allein, kann es nicht ändern. Ich bin darauf angewiesen, dass Du das in mir veränderst und erneuerst. Bitte schenke mir eine neue Leidenschaft zum Beten; schenke mir doch bitte ermutigende Gebetserhörungen, die mich motivieren; mach mir doch bitte wieder Appetit zum Beten. Bitte sorg Du doch dafür, dass ich wieder gerne bete. Du weißt doch genau, was ich brauche!“

Gnade braucht immer Ehrlichkeit, nicht ein wortreiches Drumherum-Reden. Aber wenn du den Mut hast, einfach mal so ungeschminkt vor den Vater zu treten, dann wartet da eine unvorstellbare Fülle und Frische auf dich. Das allerdings wirst du nur erfahren können, wenn du es auch versuchst und dir dafür die Zeit nimmst. Dazu sei ermutigt – geh als Sohn oder Tochter und nicht als Bettler zu deinem Vater. Und dann sei einfach ehrlich – sag IHM, wo du an deinen Grenzen stehst, was du nicht (mehr) verstehst, was dir zu schaffen macht. Ich weiß nicht wann, aber ich weiß, dass ER dir antworten wird. Am besten nimmst du dir auch gleich Zeit, um auf Seine Antwort zu warten. Es lohnt sich – du wirst immer als Belohnter vom Vater weggehen. ER ist der Vater, der wirklich nur das Beste für dich will – ohne wenn und aber! Diesem Vater vertrau ich Euch gerne an – ER macht´s gut mit Dir