In Deiner Hand sind meine Zeiten

Von Jürgen Fredrich | 17 November, 2016

Psalm 31.16

Nicht zu fassen – das Jahr, das gerade erst begonnen hat, geht schon wieder zu Ende. Wir hatten doch noch so viel vor, es ist doch noch so viel zu tun. Aber darauf nimmt die Zeit keine Rücksicht. Sie rast unwiederbringlich dahin. Sie ist nicht zu stoppen, niemand kann sie anhalten. Jedenfalls leben viele Menschen mit einem Zeitgefühl, als würde die Uhr heute viel, viel schneller ticken, als je zuvor.

Aber nicht nur die gefühlte Schnelllebigkeit macht vielen zu schaffen, auch der seltsame Charakter unserer Zeit macht sie zu einer besonderen Zeit. Eine Zeit mit vielen Chancen und Möglichkeiten, aber auch mit unvorstellbaren Risiken, Unsicherheiten und großen Herausforderungen. Erfahrungen, Entdeckungen, Ereignisse, Entwicklungen und Veränderungen, die sich früher über ganze Generationen hinweg verteilt haben, stecken heute in einem einzigen Leben. Was hat ein heute 80-Jähriger in seinem Leben nicht schon alles erlebt? Die Seele des Menschen scheint zunehmend im Jetlag zu stecken – sie kommt dem Ganzen gar nicht mehr hinterher. Und wer den Anspruch hat, in allem jederzeit im Update zu leben, hat sich entschieden, als Getriebener durchs Leben zu hetzen. Und selbst Getriebene schaffen es nicht mehr.

Und dann bleibt natürlich die große Frage im Raum: Was wird uns die vor uns liegende Zeit noch bringen? Wie geht es weiter? Wir wissen vielleicht, was war und was ist, aber keiner kann sagen, was das Morgen bringen wird. Was für eine Zeit bricht für uns hier in Deutschland an? Eine Zeit der geistlichen Ernte und einer großen Erweckung oder eine Zeit des Gerichts? Ein Mann Gottes hat es so ausgedrückt: „Jedes Ereignis, alles auf der Welt, hat seine Zeit: Geborenwerden und Sterben, Pflanzen und Ausreißen, Töten und Heilen, Niederreißen und Aufbauen, Weinen und Lachen, Klagen und Tanzen, Steinewerfen und Steinesammeln, Umarmen und Loslassen, Suchen und Finden, Aufbewahren und Wegwerfen, Zerreißen und Zusammennähen, Reden und Schweigen, Lieben und Hassen, Krieg und Frieden. Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht? Ich habe erkannt: Gott legt ihm diese Last auf, damit er schwer daran zu tragen hat. Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist.“ (Pred3.1-11)

Ich weiß nicht, wie viele Tage des Weinens oder des Lachens hinter dir liegen, wie oft du 2016 geklagt oder vor Freude getanzt hast, wie viele Momente der Umarmung und des Loslassens hinter dir liegen, aber eins kann ich dir zusagen: Bei all den genannten Unsicherheiten und offenen Fragen findet unsere Seele in dieser einen biblischen Wahrheit zur Ruhe: in deiner Hand sind meine Zeiten! (Ps31.16) Anders gesagt: Was aus mir wird, liegt in deiner Hand. Oder: In deiner Hand liegt mein Geschick. Oder: Meine Zukunft liegt in deinen Händen.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen diese innere, tiefe Gewissheit: ich bin in der Hand meines Gottes. Dort, und nur dort, bin ich sicher! Mag kommen, was kommen mag – mein Gott geht mit mir durch Dick und Dünn, durch gute und schwere Tage. Welche Zeit bei mir auch ansteht, mein Leben ist in der Hand meines guten Vaters im Himmel und am Ende meines Lebens werde ich IHN treffen, wenn ich Zuhause ankomme. Und dort werde ich für immer bei IHM sein. Diese Perspektive entschleunigt unser Leben spürbar, weil so scheinbar Wichtiges und Dringendes im Licht der Ewigkeit gar nicht mehr so wichtig und dringend erscheint. Diese Perspektive bringt eine starke Sicherheit in unser Leben, weil unsere Seele nicht mehr Treibgut im Sturm der Zeiten ist, sondern verankert in der Ewigkeit. Und wenn dich die Zeiträuber im Alltag mal wieder plagen, dann steh auf und proklamiere über deinem Leben diese kostbare Wahrheit, die für immer gilt: Meine Zeit liegt in der Hand Gottes!

In diesem Sinne lasst uns die Zeiten, die uns geschenkt werden, nutzen und auskaufen und jeden Moment zur Ehre Gottes leben. Dazu segne euch unser Herr! Herzlichst euer Jürgen